Russlands Wachstumsstützen sind die Verbraucher und die Rüstungsausgaben
Russlands Wirtschaft ist im September nur um 0,5 % gewachsen. Getragen wurde sie von rüstungsnahen Industriebranchen und den Verbrauchern: Die Industrieproduktion legte überraschend um 1,8 % zu, der Einzelhandel real um 3,9 %.
Autor: Klaus Dormann
Am 28. Oktober veröffentlichte das Statistikamt Rosstat die Daten zur Produktionsentwicklung in wichtigen Wirtschaftsbereichen im September. Nach ersten Schätzungen des Wirtschaftsministeriums in seinem Bericht „Zur aktuellen Lage der Wirtschaft“ dürfte die Produktion der gesamten russischen Wirtschaft im September um 0,5 % höher gewesen sein als vor einem Jahr. Im dritten Quartal und in den ersten neun Monaten 2026 sei das reale Bruttoinlandsprodukt im Vorjahresvergleich um 0,6 % gestiegen.
Die russische Regierung prognostiziert für das Gesamtjahr 2026 ebenfalls einen Anstieg der gesamtwirtschaftlichen Produktion um 0,6 %. Diese Einschätzung bestätigt das Moskauer Konjunkturforschungsinstitut „Centre for Macroeconomic Analysis and Short-term Forecasting“ (CMASF). Das Zentrum erwartet in einer am 30. Oktober veröffentlichten Prognose für 2026 jetzt ein Wirtschaftswachstum zwischen 0,5 und 0,7 %.
Gestützt wurde das Wachstum von 0,5 % im September vor allem von den Rüstungsaufträgen für die Industrie und von den Ausgaben der Verbraucher. Die Industrieproduktion erhöhte sich im September gegenüber September 2025 insgesamt um 1,8 %. Der vom Wirtschaftsministerium berechnete jährliche Anstieg des Gesamtumsatzes im Einzelhandel, bei Dienstleistungen und in der Gastronomie beschleunigte sich im September auf real 3,6 % (August: 2,9 %).
Wie hat sich die Produktion in wichtigen Branchen bis September entwickelt?
Im Zeitraum Januar bis September ist im Vorjahresvergleich vor allem der reale Umsatz im Einzelhandel kräftig gestiegen (+5 %). Damit stützten die Ausgaben der privaten Verbraucher das geringe Wachstum der Gesamtwirtschaft.
Die Industrieproduktion stagnierte in den ersten neun Monaten hingegen insgesamt fast auf dem Vorjahresniveau. Sie stieg lediglich um 0,2 %. Dabei sank die Produktion im Industriebereich „Bergbau“ um 1,3 %. Die Produktion im „Verarbeitenden Gewerbe“ war von Januar bis September aber immerhin 1 % höher als im Vorjahr, obwohl die Produktion von „Koks und Erdölprodukten“ angesichts der Beschädigungen von Produktionsanlagen durch Angriffe der Ukraine um 11 % abnahm.
Getragen wurde das Wachstum der Produktion im „Verarbeitenden Gewerbe“ laut Angaben von TASS hauptsächlich von der Produktion für militärische Zwecke. Die höchsten jährlichen Wachstumsraten im Zeitraum Januar bis September zeigen folgende „rüstungsnahe“ Branchen:
- Sonstige Transportfahrzeuge und -ausrüstungen (einschl. Bau von Flugzeugen und Schiffen): +19,9 %
- Metallerzeugnisse (ohne Maschinen und Ausrüstungen): +12,1 %
- Arzneimittel, Materialien für medizinische Zwecke: +10,3 %
- Computer, elektronische und optische Produkte: +9,1 %
Unerwartet kräftiges Wachstum im Verarbeitenden Gewerbe im September
Im September entwickelte sich innerhalb der Industrie die Produktion im „Verarbeitenden Gewerbe“ deutlich günstiger als zuvor. Sie stieg im Vorjahresvergleich um 5,6 %, nach einem Rückgang um 0,5 % im August. Den größten Beitrag dazu leistete der Maschinenbau, dessen Wachstum sich stark von 6,2 % auf 21,3 % beschleunigte (Kommersant). Andererseits verschärfte sich im September der Rückgang der Produktion im Bergbau auf 4,1 %.
Insgesamt erreichte das Wachstum der Industrieproduktion im September 1,8 %. Analysten hatten hingegen keinen Anstieg, sondern einen Rückgang um 0,1 % erwartet (nach einem Rückgang um 0,6 % im August, Finmarket.ru).
Produktion in wichtigen Branchen im September und seit Januar
Veränderung gegenüber dem Vorjahreszeitraum in Prozent

Quellen: Rosstat, Wirtschaftsministerium der Russischen Föderation; Finmarket.ru, 28.10.26
Der reale Großhandelsumsatz sank im September um 1,9 %, nach einem Rückgang von 0,5 % im August (plus 0,4 % im Zeitraum Januar bis September).
Der Umschlag von Waren im Transportgewerbe legte im September im Jahresvergleich um 2,2 % zu, nachdem er im August um 4,2 % gestiegen war. In den ersten neun Monaten war er aber nur 0,4 % höher als 2025.
Die Produktion im Baugewerbe stieg im September um 2,6 %, nachdem sie im August um 2,7 % zugelegt hatte. Seit Jahresbeginn ist sie aber um 2,1 % gesunken.
Die Produktion in der Landwirtschaft sank im September um 12,3 % gegenüber dem Vorjahr, nach einem Anstieg um 6,6 % im August. Diese Entwicklung in der Landwirtschaft gilt als Hauptgrund dafür, dass sich das jährliche Wachstum der gesamtwirtschaftlichen Produktion von 0,8 % im August auf 0,5 % im September verlangsamte (Finmarket.ru). Im Zeitraum Januar bis September war die landwirtschaftliche Produktion um 2,6 % niedriger als 2025, im dritten Quartal sank sie im Vorjahresvergleich um 3,9 %.
So stark hat sich die Industrieproduktion bisher erholt
Die Industrieproduktion ist nach einem starken Anstieg zum Jahresende 2025 tief eingebrochen. Das zeigt die folgende Abbildung des russischen Telegram-Kanals „Harte Zahlen“, eines regelmäßigen Teilnehmers der Analysten-Umfragen der Zentralbank. Bis August ist die Industrieproduktion saisonbereinigt gesunken. Im September stieg sie nach Berechnungen von „Harte Zahlen“ gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt aber um 1,2 %. Die Kurve ihres langfristigen Trends hat sie damit jedoch noch nicht wieder erreicht.
Index der Industrieproduktion insgesamt (Jan. 2015 = 1)
Telegram-Kanal „Harte Zahlen“

Harte Zahlen: Industrieproduktion im September: Spezialbranchen im Aufwind, 28.10.26
Die Produktion des „Verarbeitenden Gewerbes“ hielt sich deutlich besser als die Industrieproduktion insgesamt. Die folgende Abbildung zeigt, dass der Index der Produktion des „Verarbeitenden Gewerbes“ im Verlauf des Jahres 2026 bis August annähernd stagnierte. Ein kräftiger Anstieg um 3 % im September gegenüber August hat den Index jetzt wieder seine „Trendkurve“ erreichen lassen.
Index der Produktion des „Verarbeitenden Gewerbes“ (Jan. 2015 = 1)
Telegram-Kanal „Harte Zahlen“

Harte Zahlen: Industrieproduktion im September: Spezialbranchen im Aufwind, 28.10.26
Das CMASF dürfte seinen monatlichen Bericht zur Entwicklung der Industrieproduktion im September in dieser Woche veröffentlichen. Er enthält einen Vergleich der CMASF-Berechnungen zur saisonbereinigten Entwicklung der Industrieproduktion mit den Berechnungen von Rosstat (CMASF-Bericht für August).
Wie sich die Einkommen und der private Verbrauch entwickeln
Kommersant berichtete zur aktuellen Entwicklung von Einkommen und privatem Verbrauch zusammengefasst:
Die Verbrauchernachfrage hat sich im September deutlich verstärkt. Der Gesamtumsatz im Einzelhandel, bei Dienstleistungen und in der Gastronomie stieg laut Schätzungen des Wirtschaftsministeriums im September im Jahresvergleich real um 3,6 %, nach 2,9 % im August. Die jährlichen Wachstumsraten erhöhten sich in allen drei Bereichen, am stärksten jedoch in der Gastronomie.
Der Umsatz im Einzelhandel stieg im September im Jahresvergleich um real 3,9 % (+5 % im Zeitraum Januar bis September).
Indikatoren für den privaten Verbrauch und die Lohnentwicklung
Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat in Prozent

Quellen: Rosstat, Wirtschaftsministerium der Russischen Föderation; Kommersant, 29.10.26
Der Anstieg der Reallöhne stabilisierte sich im August bei 3,3 %. Im Zeitraum Januar bis August waren die Reallöhne 5,8 % höher als vor einem Jahr.
Der jährliche Anstieg der real verfügbaren Einkommen hat sich laut Rosstat von 3 % im zweiten Quartal auf 3,4 % im dritten Quartal beschleunigt.
Die Bevölkerung gab den größten Teil ihres Einkommens für den Kauf von Waren und die Bezahlung von Dienstleistungen aus (75,2 % gegenüber 71,6 % im Vorjahr). Der für Sparanlagen verwendete Anteil sank von 11,4 % auf 8,6 %.
Raiffeisenbank: Ein Rückgang der Konsumausgaben wäre überraschend
Die Moskauer Raiffeisenbank stellt zur aktuellen Entwicklung der Indikatoren für den privaten Verbrauch fest, dass es bisher keine Anzeichen für eine anhaltende Abschwächung der Konsumaktivitäten gibt. Zusammengefasst berichtet die Bank:
Die Konsumausgaben zogen im September dank gestiegener Einkommen erneut an.
In den letzten Monaten war zwar ein verlangsamtes Wachstum des Umsatzes im Einzelhandel (und im August sogar ein Rückgang) zu verzeichnen. Im September erreichte der Anstieg der Verbraucherausgaben im Einzelhandel gegenüber dem Vormonat saisonbereinigt aber wieder ein Niveau von +0,3 bis +0,4 %. Das entspricht dem durchschnittlichen Wachstum im Vorjahr (siehe dunkelgraue Linie in der linken Grafik unten).
Gleichzeitig bleibt die Entwicklung einzelner Komponenten der Konsumausgaben äußerst unterschiedlich. So sanken im September beispielsweise die Umsätze mit Bekleidung und Schuhen, Elektronik und Haushaltsgeräten, Medikamenten und einigen Lebensmitteln den zweiten Monat in Folge.
Die real verfügbaren Einkommen der Bevölkerung stiegen im zweiten und dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal um jeweils gut 4 %, nachdem sie im ersten Quartal gegenüber dem Vorquartal deutlich gesunken waren (siehe graue Säulen in der rechten Grafik).
Im Vergleich zum Vorjahresquartal hat sich der Anstieg der real verfügbaren Einkommen im dritten Quartal auf 3,4 % beschleunigt. Er war rund doppelt so stark wie im ersten und zweiten Quartal (siehe türkisfarbene Quadrate in der rechten Grafik).
Umsatzentwicklung im Einzelhandel und real verfügbare Einkommen
Die Konsumausgaben steigen wieder (links) … was angesichts des beschleunigten Einkommenswachstums nicht überrascht (rechts)

Raiffeisenbank: Die Konsumausgaben zogen im September dank gestiegener Einkommen erneut an, 30.10.26
In der linken Abbildung zeigt die dunkelgraue Linie die Veränderung des saisonbereinigten gesamten realen Einzelhandelsumsatzes gegenüber dem Vormonat in Prozent. Die türkisfarbene Linie zeigt die Veränderung des saisonbereinigten realen Einzelhandelsumsatzes ohne Automobilhandel gegenüber dem Vormonat in Prozent.
In der rechten Abbildung zeigen die grauen Säulen die Veränderung der saisonbereinigten real verfügbaren Einkommen der Bevölkerung gegenüber dem Vorquartal in Prozent. Die türkisfarbenen Quadrate zeigen den Anstieg der real verfügbaren Einkommen gegenüber dem Vorjahresquartal in Prozent.
Lesetipps
Deutsch-Russische Auslandshandelskammer:
- Regierungsumbildung: vier neue Personalien, ein Superminister, 30.10.26
- Weniger Gewinn, teure Kredite: Russlands Unternehmen investieren weniger, 29.10.26
- Russland offen für Erdgaslieferungen; 28.10.26
- Leitzins bleibt bei 14%: Zentralbank RF stellt sich auf längere Hochzinsphase ein, 28.10.26
- Die Zahl der deutschen Unternehmen ist gesunken, 23.10.26
- Siluanov wird zusätzliche Befugnisse erhalten, 21.10.26
Wirtschaft insgesamt (Wirtschaftskammer Österreich: Länderprofil Russland, Stand Okt. 2026; TradingEconomics: News; Calendar; Kommersant, Vedomosti, Politkom, inveb.ru, Finam)
Konjunkturdaten September und drittes Quartal 2026
- russland.capital: Russlands Wirtschaft wächst kaum – rüstungsnahe Branchen legen weiter zu; 31.10.26
- The Bell: Die Zwei-Geschwindigkeits-Wirtschaft ist in der BIP-Dynamik erneut deutlich geworden; 29.10.26
- Finam.ru; Olga Belenkaya: Septemberergebnisse für die russische Wirtschaft. Das jährliche BIP-Wachstum verlangsamte sich, während Industrie und Konsum an Fahrt gewannen. 29.10.26
- MEC, Igor Savonov: Industrieproduktion: ein einmaliger Anstieg, 29.10.26
- MMI: Industrie im September: Rekordwachstum seit Jahresbeginn, 29.10.26
- bne Intellinews, Ben Aris: Russia’s GDP growth slows to 0.5% in September. The economy grew 0.6% in the third quarter, down from 1.3% in the second, as extraction, wholesale trade and farming contracted; 29.10.26
- Kommersant; Artem Chugunov: Die Wirtschaft verlangsamt sich. Die Erholung von Industrie und Konsum im September beschleunigte das BIP-Wachstum nicht. 29.10.26
- russland.capital: Russlands Verbraucher werden vorsichtiger – Konsumwachstum nähert sich der Nulllinie, 29.10.26
- Der Standard; Podcast „Thema des Tages“: Geht Russland das Geld aus, Torsten Heinrich? Wie lange kann die russische Wirtschaft die Kriegsausgaben noch stemmen? Das beantwortet der Militärhistoriker und YouTuber Torsten Heinrich. Video, 29.10.26; Podcast: Militär & Geschichte mit Torsten Heinrich: Russlands Wirtschaft ist am Limit, 21 Min., 18.10.26
- bne Intellinews, Ben Aris: Russian consumer spending growth stalls in October, 28.10.26
- Kommersant; Artem Chugunov: Die private Nachfrage schwächt sich weiter ab. 28.10.26
- TradingEconomics; Larissa Caser: Russia Industrial Activity Unexpectedly Recovers, 28.10.26
- Harte Zahlen: Jährliche Entwicklung der wichtigsten makroökonomischen Indikatoren, 28.10.26
- Harte Zahlen: Industrieproduktion im September: Spezialbranchen im Aufwind, 28.10.26
- Finmarket.ru: Das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung schätzte das russische BIP-Wachstum im September auf 0,5 %; 28.10.26
- Das Produktionswachstum in den Kernbereichen der russischen Wirtschaft verlangsamte sich im September auf 0,7 %; 28.10.26
- Die Industrieproduktion in Russland stieg im September um 1,8 %; 28.10.26
- Der Nettogewinn russischer Unternehmen sank im Zeitraum Januar-August um 11 %, 28.10.26
- Die Gehälter in Russland stiegen im August um 3,3 %, 28.10.26
- Das Umsatzwachstum im Einzelhandel beschleunigte sich im September auf 3,9 %, 28.10.26
- Die Arbeitslosenquote in Russland blieb im September bei 2,2 %, 28.10.26
- TASS: Die Industrieproduktion in Russland stieg in den ersten neun Monaten um 0,2 %, 29.10.26
- TASS: Das reale verfügbare Einkommen der Russen stieg im Zeitraum Januar-September um 3 %, 28.10.26
- Interfax.ru: Das russische BIP wuchs im September im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 %. 28.10.26
- Interfax.ru: Die Industrieproduktion in Russland stieg im September um 1,8 % und im Zeitraum Januar bis September um 0,2 %; 28.10.26
- Interfax.ru: Der Umsatz im russischen Einzelhandel stieg im September um 3,9 %; 28.10.26
- Interfax.ru: Das reale verfügbare Einkommen der russischen Bevölkerung stieg im dritten Quartal um 3,4 %; 28.10.26
- Interfax.ru: Die Arbeitslosigkeit in Russland blieb im September auf dem Niveau vom August und betrug 2,2 %, 28.10.26
- Deutsch-Russische Auslandshandelskammer: 2027 bringt „stillen Jobabbau“, 27.10.26
- Frankfurter Rundschau, Marcel Reich: Putin unter Druck: Russlands Firmen schulden sich 155 Billionen Rubel – Experten warnen vor Dominoeffekt, 27.10.26
- Vedomosti; Natalia Sacharowa: Novak: Von Januar bis August wuchs die Wirtschaft im Jahresvergleich um 0,6 %, 26.10.26
- The Moscow Times: Russian Businesses Delay Payments as Cash Squeeze Deepens, 26.10.26
- BOFIT Blog; Sinikka Parviainen: Russian households in 2025: Better off, but not happier, 08.10.26
Konjunkturprognosen
- CMASF: Makroökonomische Basisprognose, 30.10.26
- RBC.ru: Die Sberbank hat ihre Inflationsprognose angehoben und ihre BIP-Prognose angepasst. Sie rechnet mit einem BIP-Wachstum von 0,5–1 % und Ende 2026 mit einer Inflation von 6,5–7,5 %; 28.10.26
- Bank of Russia: Medium-term forecast; 23.10.26
- Top Leader: Konjunkturelle Entwicklung in Osteuropa verläuft zweigeteilt und sehr länderspezifisch. wiiw: Neues Wachstumsmodell in den CEE-Staaten – positive Impulse für Österreichs Wirtschaft, 27.10.26
- Salzburger Nachrichten; APA: Osteuropa wächst trotz hoher Energiepreise weiter stark, 21.10.26
- Die Presse, Aloysius Widmann: Osteuropas Wirtschaft brummt – doch die Schulden werden zum Problem, 21.10.26
- Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsvergleiche (wiiw): Herbstprognose 2026; Andreas Knapp; Press Releases: English; German; Executive Summary; Richard Grieveson: Central, East and Southeast Europe in 2027: Resilient growth in a more dangerous world, 21.10.26; wiiw Country Overview: Russia; Weitere Presseberichte: wiiw in the press
- Bank of Russia: Macroeconomic survey of the Bank of Russia, 14.10.26
- International Monetary Fund, IMF: World Economic Outlook: Resilience Under Strain, Urgent Choices, October 2026; Press Briefing Transcript: World Economic Outlook, Annual Meetings 2026, October 13, 2026
- OPEC-Sekretariat, Wien: Monthly Oil Market Report, 13.10.26
- Institut für Wirtschaftsprognosen der Russischen Akademie der Wissenschaften, IEF-RAS: Kurzfristige Analyse der BIP-Entwicklung; 12.10.26
- World Bank: Country Report: Russian Federation, in: Macro Poverty Outlook; Europe and Central Asia Update; 06.10.26; World Bank: Press Release; Europe and Central Asia: Slower Growth with Global Headwinds; 06.10.26
Geldpolitik, Inflation (Kalender der Zentralbank; Interfax-Berichte, Kommersant-Berichte)
- Bond Guide: Rekordgewinne der Banken auf papiernen Füßen. Russlands Banken melden Rekordprofite, während notleidende Kredite deutlich zunehmen. The Bell: Die Zentralbank lässt offenbar zu geringe Risikovorsorge zu. 31.10.26
- Politkom.ru; Nikita Maslennikov: Die Zentralbank erinnerte an die „wichtigste“ Priorität, 29.10.26
- bne Intellinews, Ben Aris: Russia’s central bank sees 14-16% rates in 2027 if inflation risks bite. The final 2027-2029 monetary policy guidelines add an AI-led global crash as a possible crisis trigger and open a review of the 4% inflation target, 29.10.26
- Bank of Russia: Monetary Policy Guidelines for 2027–2029 released, englische Ausgaben: Monetary Policy Guidelines, 28.10.26
- Interfax.ru: Die Inflation in Russland lag vom 20. bis 26. Oktober bei 0,08 %, die jährliche Inflationsrate sank auf 7,11 %; 28.10.26: Interfax.ru: Die Benzinpreise in Russland sanken vom 20. bis 26. Oktober um 1,63 %, während die Dieselpreise um 0,05 % zurückgingen, 28.10.26
- CMASF-Analyse: Zur Dynamik der Inflation vom 29. September bis zum 19. Oktober 2026, 27.10.26
- ntv.de; Artur Weigandt: Nach der Wahl steigen die Preise. Wie die Inflation Russland überrollt, 25.10.26
- russland.capital: 14 Prozent und keine Entwarnung: Russlands Zentralbank verschiebt die Zinshoffnung; mit russlandTV-Video der Pressekonferenz; 24.10.26
- Trend.at; APA: Russische Zentralbank hält Leitzins hoch; 24.10.2026
- bne Intellinews, Ben Aris: Russia’s central bank holds key rate at 14%, raises inflation forecast; 24.10.26
- Finam.ru; Olga Belenkaya: Die russische Zentralbank hat den Leitzins unverändert gelassen und prognostiziert für 2027 weniger Spielraum für Zinssenkungen, 23.10.26
- Kommersant; Vadim Visloguzov: Die Zentralbank hat es nicht eilig. Die Pause bei der Senkung des Leitzinses könnte sich verlängern; 23.10.26
- Kommersant: Sitzung des Verwaltungsrats der Zentralbank Russlands. Hauptpunkte, 23.10.26
- Verband der russischen Industriellen und Unternehmer; Pressemitteilung: Alexander Murychev: Die Beibehaltung des Leitzinses bei 14 % ist eine erwartete Entscheidung, 23.10.26
- Interfax.ru: Shokhin glaubt, dass die Zentralbank den Zinssatz symbolisch um 0,25 bis 0,5 Prozentpunkte senken könnte, 23.10.26
- TASS: Shokhin nannte die Entscheidung, den Leitzins beizubehalten, erwartungsgemäß. Laut dem Vorsitzenden des russischen Verbandes der Industriellen und Unternehmer könnte die Zentralbank einer symbolischen Senkung um 50 oder 25 Basispunkte zustimmen, 23.10.26
- Radio „Kommersant FM“: „Der Leitzinsverlauf hat sich deutlich verändert.“ Alexander Isakov, Chefökonom der Sberbank und von VEB.RF, zu den Aussagen der Zentralbank; 23.10.26
- Vedomosti; Michail Beljajew: Wie Nabiullina die Beibehaltung des Leitzinses erklärte. Die Aufsichtsbehörde rechnet damit, dass die Inflation im Jahr 2026 7,6 % erreichen wird, und hat ihre Prognose für die durchschnittliche Inflationsrate angehoben, 23.10.26
- Interfax.ru: Die Bank von Russland beließ ihren Leitzins erwartungsgemäß bei 14%; 23.10.26; Die Zentralbank hat ihre Prognose für das russische BIP-Wachstum im Jahr 2026 auf 0,5-1,0 % verengt und sie für 2027 auf 1,0-2,0 % gesenkt; 23.10.26; Die russische Zentralbank hat ihre Prognose für den durchschnittlichen Zinssatz für die Jahre 2027 und 2028 angehoben; 23.10.26
- Moscow Times, russische Ausgabe; Reuters: Die russische Zentralbank hält den Leitzins unverändert und hofft, die Inflation bis 2027 wieder auf 4 % zu senken; 23.10.26
- Reuters – Übersetzt von MarketScreener: Russische Zentralbank belässt Leitzins bei 14 % und hebt Inflationsprognose für 2026 an; 23.10.26; Reuters; Elena Fabrichnaya and Gleb Bryanski: Russian central bank keeps key rate on hold at 14%, raises 2026 inflation forecast, 23.10.26
- Parlamentszeitung; Julia Katenyova: Die Zentralbank beließ den Zinssatz erneut bei 14% pro Jahr; 23.10.26
- Bank of Russia: Statement by Bank of Russia Governor Elvira Nabiullina in follow-up to Board of Directors meeting on 23 October 2026, 23.10.26
- Bank of Russia; Press release: Bank of Russia keeps the key rate at 14.00% p.a., 23.10.26
- Bank of Russia: Medium-term forecast; 23.10.26
Finanzpolitik; Staatshaushalt (Interfax-Berichte)
- IEF-RAS; Ksenia Evgenievna Savchishina: Prüfung des Entwurfs des Bundesgesetzes „Über den Bundeshaushalt für 2027 und für den Planungszeitraum 2028 und 2029“ (in der ersten Fassung, die der Staatsduma der Russischen Föderation am 1. Oktober 2026 zur Beratung vorgelegt wurde), 30.10.26
- ABC news; DAVID MCHUGH, DASHA LITVINOVA (AP): As war strains Kremlin finances, Putin searches for new revenue streams, 28.10.26
- United24; Illia Kabachynskyi: Russia Has No More Money to Throw at Its War in Ukraine. Its 2027 Budget Shows Why, 23.10.26
- russland.capital: Russlands Haushalt: Der Gürtel wird enger, nur heißen darf es nicht so; 23.10.26; Russlands Haushalt: Siluanow hält das Defizit für gering – die Kosten steigen; 21.10.26
- FR.de; Marcel Reich: Russlands Wirtschaft unter Druck: Kreml rechnet mit doppelt so großem Haushaltsloch, 21.10.26
Energiewirtschaft, Kraftstoffversorgung, Infrastruktur (DW auf Russisch: Treibstoffkrise)
- Focus; Lars-Eric Nievelstein: US-Diesel-Abkommen. Kreml senkt Ölexport-Prognose auf 17-jähriges Tief, 01.11.26
- russland.capital: Russlands Gas bleibt ein Faktor auf dem Weltmarkt – Europa vor teurem Abschied, 29.10.26
- DW; Michael Rostand: FT: Die USA und Russland verhandeln über die Rückkehr amerikanischer Ölkonzerne nach Russland, 28.10.26
- Interfax.ru: Die Weltbank rechnet damit, dass die Energiepreise im Jahr 2026 um 32 % steigen und im Jahr 2027 um 12 % sinken werden; 28.10.26
- The Moscow Times: Putin Warns Against Attempts to Exclude Russia From Global Natural Gas Market, 27.10.26
- russland.capital: Russischer Diesel für die USA: Die Preise bleiben hoch, 27.10.26
- Frankfurter Rundschau: Erste russische Diesellieferung für die USA startet nach Trump-Putin-Abkommen, 23.10.26
- Deutsch-Russische Auslandshandelskammer: Gasvertrag mit China „bis Jahresende“, 23.10.26
- Focus Online, Lars-Eric Nievelstein: Russland entdeckt die Arktis für verstärkte Öl-Exporte. 23.10.26
- CNN; Matt Egan: From the dark fleet to Russian diesel, there are no ‘silver bullets’ for bringing down fuel prices, 21.10.26
Außenwirtschaft, Sanktionen; Tagesschau: Russland Sanktionen
- Deutsch-Russische Auslandshandelskammer: Putin: Gute Bedingungen für westliche Unternehmen, 27.10.26
- Merkur.de; Richard Strobl: Deutsche Supermarkt-Kette Metro spendet Putin Millionen für den Ukraine-Krieg – Klarstellung folgt sofort, 26.10.26
- Tichys Einblick, Franka Haase: Wie viele Sanktionen braucht es, bis Russland einlenkt?, 24.10.26
- tagesschau.de; Jean-Marie Magro, ARD Brüssel: Öl und Uran trotz Sanktionen. So abhängig ist Europa noch von Russland; vor allem bei Öl und Uran blieben Abhängigkeiten; 24.10.26
- russland.capital: Gazprom bietet Europa Gas an: Alte Pipeline, neue Verhandlungslage. 23.10.26
- russland.capital: Eigentum nach politischer Wetterlage: Russland schont US-Firmen und setzt Europäer unter Druck. Europäische Unternehmen geraten in Russland deutlich häufiger unter staatlich angeordnete Fremdverwaltung als amerikanische; 23.10.26
- Focus online; Lars-Eric Nievelstein: Schiffe umgehen EU-Sanktionen. Putin beendet das Versteckspiel seiner Schattenflotten. Jetzt flaggt das Land die Schiffe zunehmend um, 23.10.26
- International Relations Review; Nicky Reich: Not so Isolated: How Russia Employs the FSU to Circumvent EU Sanctions, 22.10.26
- Tagesschau; Matthias Fuchs, WDR: Trotz Abspaltung. Russlandgeschäft von Globus wirft weiter Fragen auf; 21.10.26; Dieses Thema im Programm: Das Erste | Plusminus | WDR; Matthias Fuchs: Warum setzen deutsche Unternehmen auf den russischen Markt – trotz Krieg? 21.10.26
- Finanznachrichten; dts Nachrichtenagentur: Russland-Geschäft deutscher Unternehmen nimmt weiter ab. Der deutsch-russische Austausch hat seit Februar 2022 in vielerlei Hinsicht deutlich abgenommen; Bericht des Statistischen Bundesamtes (Destatis), 21.10.26
- Handelsblatt, dpa: Wirtschaftliche Beziehungen zu Russland stark zurückgegangen; 21.10.26
- russland.capital: Russlands Außenhandel wächst – doch die Zentralbank muss nachrechnen, 20.10.26
- cash; Sören Premer und Dr. Tatiana Vukolova: Russland und Metro: Wenn Eigentum bleibt, aber die Kontrolle verloren geht. Die Zwangsverwaltung des Russland-Geschäfts von Metro wirft Fragen auf: Wie weit reichen staatliche Eingriffe? Schadet Russland seiner Wirtschaft? Und wie können europäische Unternehmen ihre Investitionen schützen? 20.10.26
Politisches Umfeld; BR24: Russland
- t-online; Patrick Diekmann: Rückschläge für Putin in der Ukraine. Der Krieg nimmt eine unerwartete Wendung, 01.11.26
- The Economy, Tyler Hansbrough: “Europe Weary of War Costs, Russia Facing Economic Hardship”: Moves Toward Direct Western-Russian Negotiations Gain Momentum, Opening New Phase in Talks to End the War; 29.10.26
- Merkur; Florian Naumann, Interview mit Maris Andžāns, Leiter des Thinktanks „Zentrum für Geopolitische Studien“, in Riga: „Russland ist wie ein Zombie: Es müsste schon tot sein – aber es wird weiterlaufen“. Māris Andžāns verweist beim Treffen in Riga auf Besonderheiten der russischen Politik und Gesellschaft. „Man kann Russland nicht nach westlichen Maßstäben bewerten, 24.10.26
- Web.de; Analyse von Joana Rettig: Putin braucht neue Soldaten – das geht aber ganz ohne Mobilisierungswelle. Russlandexperte Gerhard Mangott hält eine Teil- oder Generalmobilmachung auch in absehbarer Zeit für unwahrscheinlich; 26.10.26
- German Foreign Policy: In der Eskalationsspirale. Die Eskalationsspirale, die durch die – in Deutschland beklatschten – Angriffe der Ukraine auf russische Lagerhäuser und Raffinerien ausgelöst wurde, geht vor allem zu Lasten der ukrainischen Wirtschaft; Herbstprognose des wiiw, 23.10.26
- Merkur; Lukas Richter: Nord Stream, EU-Beitritt, NATO-Verzicht – das schlägt Washington für Ukraine-Frieden vor, 23.10.26
- Nau.ch; Stephan Felder: Hat Russland den Ukraine-Krieg schon gewonnen? Trump kommt Putin entgegen, die Ukraine kämpft mit Starlink-Einschränkungen. Hat Russland den Krieg gewonnen? Zwei Experten widersprechen; 23.10.26
- ZDF heute-Interview mit Rüdiger von Fritsch, früherer deutscher Botschafter in Russland: Gefährliche Nähe zu Russland? Warum die Verhandlungsposition der USA geschwächt ist; 18 Min., 22.10.26