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Tschechiens Wirtschaft wächst im dritten Quartal um 1,6%: Der schwächste Zuwachs seit zwei Jahren

Tschechiens Wirtschaft wächst im dritten Quartal um 1,6%: Der schwächste Zuwachs seit zwei Jahren

1,6%: Um diesen Wert wuchs Tschechiens Wirtschaft im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr. Das meldete das tschechische Statistikamt ČSÚ am 30. Oktober in seiner ersten Schätzung. Im zweiten Quartal lag das Plus bei 1,8%. Es ist der schwächste Zuwachs seit dem dritten Quartal 2024.

Gegenüber dem zweiten Quartal stieg die Wirtschaftsleistung preis- und saisonbereinigt um 0,5%. Die Zahl der Beschäftigten wuchs um 0,3% zum Vorquartal und um 1,5% zum Vorjahr.

Konsum und Auslandsnachfrage tragen das Wachstum

Auf Jahressicht stützten höhere Konsumausgaben, steigende Bruttoanlageinvestitionen und stärkere Auslandsnachfrage die Konjunktur. Die Lagerveränderung dämpfte sie. Im Quartalsvergleich schoben der Haushaltskonsum und der Außenhandelssaldo an. Die Bruttoinvestitionen bremsten.

Bei der Wertschöpfung sieht das Bild gemischt aus. Auf Jahressicht gehörten Industrie, Handel, Verkehr, Gastgewerbe sowie Information und Kommunikation zu den größten Beiträgen. Zum Vorquartal schrumpften das Verarbeitende Gewerbe und der Bau leicht. Handel, Verkehr, Gastgewerbe sowie Information und Kommunikation legten zu.

Die Notenbank bleibt auf Anti-Inflations-Kurs

Die Notenbank ČNB hob ihren Leitzins im Juni auf 3,75%. Es war die erste Erhöhung seit 2022. Zuvor lag der Satz rund ein Jahr lang bei 3,5%. Gouverneur Aleš Michl sagte am 12. Juni in einem Interview mit Bloomberg: „Wir müssen weiter die Kerninflation bekämpfen.“ Im Mai lag die Gesamtinflation bei 2,1%, die Kerninflation bei 2,9%.

Kurz vor der Sitzung hatte Michl gesagt: „Die Argumente für eine Erhöhung haben sich verstärkt.“ Die Lage beschrieb er so: „Wir entscheiden nicht, ob wir zu einer straffen Politik wechseln. Sie ist bereits restriktiv.“ Als Gründe für die Erhöhung nennt Trading Economics das Wachstum der Geldmenge, ein Lohnplus von 8% im ersten Quartal und ein wachsendes Staatsdefizit.

Laut Trading Economics beließ die ČNB den Satz im August und im September unverändert. Teure Kredite dämpfen die Investitionen, die im dritten Quartal zum Vorquartal bremsten. Für den Herbst liegen keine geprüften Inflationszahlen vor, deshalb nennt dieser Text keine.

Für deutsche Exporteure bleibt Tschechien ein Markt mit moderatem Wachstum. Die Binnennachfrage trägt, doch die Industrie lieferte zum Vorquartal weniger. Lieferanten von Konsumgütern finden stabile Nachfrage. Wer Vorprodukte an tschechische Fabriken liefert, sollte mit schwächeren Abrufen rechnen. Teure Kredite belasten tschechische Abnehmer, deshalb lohnt ein Blick auf Zahlungsziele und Bonität.

Quellen: Český statistický úřad (CS/EN), Česká národní banka (EN), Trading Economics (EN), Radio Prag International (EN), Prague Daily News (EN)

SK, Frankfurt

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