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Inflationsziel sinkt auf 2,5%: Ungarns Notenbank pausiert bei 5,50%
Mitteleuropa · 22.09.2026

Inflationsziel sinkt auf 2,5%: Ungarns Notenbank pausiert bei 5,50%

Ungarns Notenbank senkt ihr Inflationsziel zum 1. Januar 2028 von 3% auf 2,5%. Den Leitzins ließ der Geldpolitische Rat der Magyar Nemzeti Bank am 22. September bei 5,50%. Die Ränder des Zinskorridors blieben unverändert: Die Einlagefazilität liegt bei 4,50%, die Kreditfazilität bei 6,50%. Die Sätze gelten seit dem 23. September.

Damit endet vorerst eine kurze Lockerung. Im Sommer senkte der Rat den Leitzins in drei Schritten um zusammen 75 Basispunkte. Die letzte Senkung fiel in den August.

Preise steigen kaum, die Notenbank bleibt vorsichtig

Im August lag die Teuerung bei 1,3%. Sie blieb unter den Erwartungen der Analysten und unter der Prognose aus dem Juni-Inflationsbericht. Die Kerninflation betrug 2,0%. Lebensmittel verteuerten sich langsamer, Industriewaren und marktbestimmte Dienstleistungen zogen dagegen an.

Für das Jahresmittel 2026 erwartet die Notenbank 1,8%. Für 2027 hebt sie die Prognose auf 3,1% an. Als Gründe nennt sie höhere Energiepreise und eine geänderte Verbrauchsteuer auf Tabakwaren. Am Ende des geldpolitischen Horizonts soll die Teuerung auf das neue Ziel von 2,5% sinken.

Das internationale Umfeld spricht gegen weitere Schritte. Im September erhöhten die Europäische Zentralbank, die Federal Reserve und die Bank of Japan ihre Leitzinsen jeweils um 25 Basispunkte. Die tschechische und die polnische Notenbank hielten still. Ölpreise am Weltmarkt und europäische Gaspreise stiegen.

„Nach Einschätzung des Geldpolitischen Rats ist das Halten der gegenwärtigen Zinskonditionen erforderlich, um das Inflationsziel nachhaltig zu erreichen“, heißt es in der Mitteilung der Magyar Nemzeti Bank vom 22. September.

Dürre bremst, die Industrie stützt

Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im zweiten Quartal um 1,7%. Getragen haben das Wachstum der Dienstleistungssektor und die Industrieproduktion, die Landwirtschaft bremste. Im Juli legten Einzelhandelsumsatz und Industrieproduktion zu.

Für 2026 erwartet die Notenbank ein Wachstum von 1,8%, für 2027 von 2,9% und für 2028 von 2,8%. Die Leistungsbilanz liegt in diesem Jahr nahe am Ausgleich und soll danach einen leichten Überschuss zeigen. Die Dürre drückt die Agrarleistung, die höhere Exportleistung der Industrie gleicht das teilweise aus.

Für deutsche Investoren heißt das: teures Forint-Geld bei sehr niedriger Teuerung. Der Abstand zwischen Leitzins und Teuerung beträgt 4,2 Prozentpunkte. Wer Werke in Ungarn in Landeswährung finanziert, zahlt deutlich mehr als in der Eurozone. Dafür bleibt der Wechselkurs berechenbar, und das Ziel von 2,5% ab 2028 rückt die Annäherung an die Eurozone näher. Zulieferer der Automobil- und Batterieindustrie sollten ihre Investitionspläne an diesem Fahrplan ausrichten.

Quellen: Magyar Nemzeti Bank, Mitteilung des Geldpolitischen Rats vom 22.09.2026 (HU); MTI (HU).

SK, Frankfurt

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