Tbilissi: Neubaupreise steigen um 5,9%, während das Angebot die Nachfrage übersteigt
Neubauwohnungen in Tbilissi kosten im dritten Quartal 5,9% mehr als vor einem Jahr. Das meldet das georgische Statistikamt Geostat in seinem Immobilienpreisindex vom 23. Oktober. Gegenüber dem zweiten Quartal stiegen die Preise um 1,5%. Im zweiten Quartal hatte der Jahreszuwachs bei 4,9% gelegen. Der Preisauftrieb beschleunigte sich damit um 1,0 Prozentpunkte. Damals lagen die Zuwächse mit 4,8% bei Wohnungen und 5,5% bei Häusern.
Häuser verteuern sich schneller als Wohnungen
Wohnungen legten im Jahresvergleich um 5,6% zu, Einfamilienhäuser um 7,0%. Gegenüber dem Durchschnitt von 2020 liegt der Gesamtindex um 66,2% höher. Geostat erfasst nur den Neubau. Die Behörde schreibt in ihrer Veröffentlichung vom 23. Juli: „Der Index deckt den Markt für neue Wohnimmobilien in Tbilissi ab, sowohl Wohnungen als auch Einfamilienhäuser.“ Das Zitat ist aus dem Englischen übersetzt.
Die Spanne zwischen den Stadtteilen bleibt groß. In Mtatsminda kostet der Quadratmeter Wohnung 7.004 Lari, in Vake 6.046 Lari. In Saburtalo sind es 4.444 Lari, in Gldani 3.830 Lari und in Samgori 3.657 Lari. Bei Häusern führt Vake mit 4.517 Lari je Quadratmeter.
Der Bauboom trifft auf begrenzte Nachfrage
Der Markt wächst auf Vorrat. Colliers Georgia zählte im Frühjahr 87.000 Wohnungen im Bau, 84% mehr als 2021. Im ersten Quartal wechselten 10.550 Wohnungen in Tbilissi den Besitzer, rund 17% mehr als ein Jahr zuvor.
Levan Chikava, Leiter Research und Datendienste bei Colliers Georgia, sagte damals: „In Tbilissi übersteigt das Angebot die Nachfrage deutlich.“ Etwa 90% der Käufer in Tbilissi sind laut Colliers Georgier. Colliers beziffert die Preise in Tbilissi auf 1.300 bis 1.500 US-Dollar je Quadratmeter, mit einem Plus von rund 10% im Jahr. In Batumi liegen sie über 1.600 US-Dollar, und Ausländer stellen dort 50% bis 60% der Käufer.
Die Gesamtwirtschaft liefert Rückenwind. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im ersten Halbjahr um 7,8%, nach 8,6% im Vorjahreszeitraum, so Geostat.
Für deutsche Exporteure und Investoren bedeutet das: Der Bedarf an Baustoffen, Haustechnik und Aufzügen bleibt hoch, weil Tausende Wohnungen im Bau sind. Das Zahlungsrisiko steigt, wenn Bauträger auf Vorrat bauen und Käufer ausbleiben. Wer an georgische Bauträger liefert, sollte Zahlungsziele kurz halten und Forderungen absichern.
Quellen: Geostat, Residential Property Price Index III quarter 2026, über Georgia Today (EN); Geostat, RPPI II quarter 2026 (EN); Colliers Georgia über Business Partner (EN); Geostat-BIP über TBC Capital (EN)
SK, Frankfurt