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Polens Einzelhandel wächst um 3,9%: Möbel und Elektronik legen um 8,8% zu

Polens Einzelhandel wächst um 3,9%: Möbel und Elektronik legen um 8,8% zu

Polens Einzelhandel setzte im Juli 2026 real 3,9% mehr um als ein Jahr zuvor. Gegenüber Juni stieg der Umsatz um 2,2%. Das meldete das polnische Statistikamt GUS am 24. August. Ökonomen hatten laut der Umfrage von PAP Biznes mit 4,2% gerechnet. In laufenden Preisen legte der Einzelhandel um 5,3% zu.

Das Tempo hat sich abgeschwächt. Im Juni lag das Plus noch bei 6,2%. Über die ersten sieben Monate wuchs der Einzelhandel real um 3,7%. Im Vorjahreszeitraum waren es 3,3%.

Möbel und Kosmetik ziehen, Kleidung fällt zurück

Die Zuwächse verteilen sich ungleich. Arzneimittel und Kosmetik legten um 10,8% zu. Möbel, Haushaltsgeräte und Unterhaltungselektronik folgten mit 8,8%. Kraftfahrzeuge stiegen um 8,1%. Die Sammelposition übriger Waren wuchs um 9,2%. Lebensmittel, Getränke und Tabak kamen dagegen nur auf 1,5%.

Drei Segmente schrumpften. Kleidung und Schuhe verloren 1,7%. Presse und Bücher gaben um 1,2% nach. Kraftstoffe lagen mit minus 0,2% knapp im Minus, nachdem sie im Juni noch um 9% gewachsen waren. Der Monatsvergleich zeigt den Ausschlag deutlicher: Bei Kraftstoffen sank der Umsatz gegenüber Juni um 6,8%, bei Möbeln und Elektrogeräten stieg er um 8,6%.

Der Onlinehandel wächst langsamer, als der Gesamtmarkt vermuten lässt. Laut GUS stieg der Umsatz im Internetgeschäft in laufenden Preisen um 9%. Sein Anteil am gesamten Einzelhandel kletterte von 8,6% auf 8,9%.

Industrie liefert das stärkere Signal

Die polnische Industrie wuchs im Juli deutlicher als der Handel. Die Industrieproduktion stieg laut GUS um 5,1% gegenüber dem Vorjahresmonat. Gegenüber Juni sank sie um 1,8%. Kalender- und saisonbereinigt lag sie 4,2% über dem Vorjahr und 0,5% über Juni.

Damit tragen Konsum und Produktion die polnische Konjunktur gleichzeitig. GUS beschreibt den Handel nüchtern: „Der Einzelhandelsumsatz in konstanten Preisen lag im Juli 2026 um 3,9% über dem Vorjahr.“ Ein Einbruch der Binnennachfrage ist in den Daten nicht zu erkennen.

Für deutsche Exporteure zählen zwei Linien. Erstens bleibt die polnische Nachfrage nach langlebigen Gütern stabil. Möbel, Weiße Ware, Unterhaltungselektronik und Fahrzeuge wachsen alle im hohen einstelligen Bereich. Deutsche Hersteller in diesen Kategorien finden in Polen weiter Absatz, und die Preise halten. Zweitens verliert der Textilhandel an Kraft. Wer Bekleidung und Schuhe liefert, muss mit Rabattdruck rechnen. Für Investoren bleibt Polen ein Markt, in dem Konsum und Industrie zugleich zulegen. Das ist in Mitteleuropa derzeit die Ausnahme.

Quellen: GUS, Dynamika sprzedaży detalicznej w lipcu 2026 r., 24.08.2026; GUS, Dynamika produkcji przemysłowej w lipcu 2026 r. (PL)

SK, Frankfurt

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