← Startseite
Home/ Mitteleuropa/ Polens Inflation springt auf 3,4%: Kraftstoffe verteuern sich um 24,2%
Polens Inflation springt auf 3,4%: Kraftstoffe verteuern sich um 24,2%
Mitteleuropa · 07.09.2026

Polens Inflation springt auf 3,4%: Kraftstoffe verteuern sich um 24,2%

Die polnischen Verbraucherpreise lagen im August um 3,4% über dem Vorjahresniveau. Das meldete das Statistikamt GUS in seiner Schnellschätzung vom 31. August. Im Juli hatte die Rate 3,0% betragen. Gegenüber Juli stiegen die Preise um 0,4%.

„Die Preise für Waren und Dienstleistungen des Verbrauchs stiegen nach der Schnellschätzung im August 2026 um 3,4% gegenüber dem entsprechenden Monat des Vorjahres, und gegenüber dem Vormonat stiegen sie um 0,4%“, teilte der Główny Urząd Statystyczny mit.

Der Preisindex erreichte 103,4 Punkte, gemessen am August 2025. Im Juli hatte er bei 103,0 gelegen, damals waren die Preise gegenüber Juni um 0,8% gestiegen. Die Teuerung zieht damit im zweiten Monat in Folge an.

Kraftstoffe treiben, Lebensmittel bremsen

Den Ausschlag gaben die Kraftstoffe. Treib- und Schmierstoffe für private Verkehrsmittel kosteten nach Angaben von GUS 24,2% mehr als im August 2025. Strom, Gas und andere Brennstoffe verteuerten sich um 4,1%.

Die Lebensmittel wirkten dagegen. Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke kosteten 0,9% weniger als vor einem Jahr. Ohne diesen Beitrag läge die Gesamtrate höher. Die vollständigen Daten mit allen Warengruppen veröffentlicht GUS am 15. September.

Der Abstand zum Zielband schrumpft

Die Nationalbank NBP verfolgt ein Inflationsziel von 2,5% mit einer Toleranz von einem Prozentpunkt. Die Augustrate liegt damit knapp unter der oberen Grenze von 3,5%. Im Juni und Juli hatte der Abstand noch größer ausgesehen.

Der Preisschub ist schmal. Er kommt aus Energie und Kraftstoff, nicht aus dem Warenkorb der täglichen Versorgung. Solche Schübe laufen über die Frachtkosten in die gesamte Wirtschaft, weil Polen mehr Güter über die Straße bewegt als jeder andere Staat der Europäischen Union.

Für deutsche Exporteure zählen zwei Punkte. Der erste betrifft die Kosten: Ein Kraftstoffpreis, der binnen eines Jahres um 24,2% steigt, verteuert jeden Lkw-Kilometer nach und durch Polen. Polen ist die Transitachse zwischen Deutschland, dem Baltikum und der Ukraine. Wer Frachtverträge mit fixen Sätzen abschließt, sollte die Laufzeit kurz halten oder eine Dieselklausel vereinbaren.

Der zweite Punkt betrifft die Nachfrage. Sinkende Lebensmittelpreise entlasten die polnischen Haushalte und stützen den Konsum. Steigende Energiekosten belasten die Industrie und drücken auf Investitionsentscheidungen. Wer Konsumgüter liefert, findet den Markt in besserer Verfassung als der, der Maschinen verkauft.

Quellen: Główny Urząd Statystyczny, „Szybki szacunek wskaźnika cen towarów i usług konsumpcyjnych w sierpniu 2026 r.“, 31. August 2026, und Vormonatsmeldung vom 31. Juli 2026 (PL); Narodowy Bank Polski, „Założenia polityki pieniężnej na rok 2026“ (PL).

SK, Frankfurt

LinkedIn X
Mehr aus MitteleuropaKuratierte Auswahl
Mitteleuropa · 09.10.2026 Ungarns Industrie wächst um 8,7%: Fahrzeuge und Elektronik treiben die Produktion
Mitteleuropa · 09.10.2026 Tschechiens Einzelhandel wächst um 4,3%: Internethändler legen um 15,0% zu
Mitteleuropa · 08.10.2026 Polens Inflation steigt auf 4,0%: Kraftstoffe verteuern sich um 36,1%